ITJM
Internationale Tage Jüdischer Musik
Yehi Or – Es werde Licht
22. – 26. November 2026
„Yehi Or – Es werde Licht“
Liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde,
die Tage werden kürzer, das Licht verschwindet früher. Gerade dann beginnen die Internationalen Tage Jüdischer Musik. Ihr Motto in diesem Jahr ist der erste Schöpfungsbefehl der hebräischen Bibel: „Yehi Or – Es werde Licht“. Er steht am Anfang von allem. Was draußen schwindet, leuchtet in der Musik auf.
Fünf Tage folgen wir diesem Licht durch die jüdische Musikgeschichte. Es beginnt auf Usedom, wo Norman Lebrecht, international einflussreicher Musikpublizist, und Jascha Nemtsov, Europas einziger Inhaber eines Lehrstuhls für jüdische Musikgeschichte, über Leonard Cohen sprechen, der biblische Bilder in die Popkultur trug; der gefeierte us-amerikanische Musiker Paul Brody verlebendigt Cohen an seiner Trompete. Auch mit ihm fragen tags darauf Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern nach Herkunft, Zugehörigkeit und Vorurteilen – erzählt in sechzig Sekunden. Es erreicht in Essen eine Synagoge, die Nationalsozialisten 1938 anzündeten; heute spielt dort das Ensemble Mentsh United von Disko-Partizani-Gründer Shantel. In Dresden führt Boney M.s Welthit „Rivers of Babylon“ zurück zu Psalm 137 und zu Salamone Rossi, verlebendigt von Le Bois Chantant und Alberto de Campo. Und es endet in Berlin, wo die erst dreizehnjährige Usedomer Musikpreisträgerin Charlotte Melkonian und Jascha Nemtsov Komponisten spielen, deren Leben auch durch Verfolgung geprägt war.
Jüdische Musik ist bei den Internationalen Tagen Jüdischer Musik nichts für das Museum. Sie wird gespielt, improvisiert, getanzt und weitergegeben – von Menschen, die ihre Geschichte weitererzählen, an Menschen, die sie noch nicht kennen oder besser kennenlernen wollen.
Unser Dank gilt dem Bundesministerium des Innern (BMI), der Sebastian Cobler Stiftung für Bürgerrechte, dem Elisabeth Selbert Fonds (ESF), der JEWLIF – Jüdisches Leben in Europa e. V., Dr. med. Dorothee Freudenberg und vielen mehr für Ihre Unterstützung!
Wer diese Woche begleitet, hört und sieht am Ende vertraute Musik in völlig neuem Licht.
Thomas Hummel
Intendant des Usedomer Musikfestivals
Rolf Seelige-Steinhoff
Vorsitzender des Fördervereins Usedomer Musikfreunde e. V.
Programm 22. – 26. November 2026

Leonard Cohen – ein Halleluja für die Pop-Ikone
Norman Lebrecht, Jascha Nemtsov, Paul Brody (Trompete)

Dein Leben in 60 Sekunden
Paul Brody (Workshopleitung)

Dein Leben in 60 Sekunden
Paul Brody (Workshopleitung)

Mentsh United feat. Shantel
Mentsh United

„By the Rivers of Babylon“ – Vom Welthit zum Klangzauber
Le Bois Chantant

Das Wunderkind und der Wiederentdecker
Charlotte Melkonian (Violoncello), Jascha Nemtsov (Klavier)