ITJM

Internationale Tage Jüdischer Musik

Yehi Or – Es werde Licht

22. – 26. November 2026

„Yehi Or – Es werde Licht“

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Yehi Or – Es werde Licht“: Diese Worte aus der biblischen Schöpfungsgeschichte sind das Motto der diesjährigen Internationalen Tage Jüdischer Musik. Es spricht von einem Anfang und von der Möglichkeit, dass etwas Neues entsteht. Als Schirmherr freue ich mich darüber, dass dieses Motto eine Zuversicht transportiert, die wir brauchen und zu der auch die Musik beitragen kann.

Auch dieses Jahr laden die Internationalen Tage Jüdischer Musik dazu ein, jüdische Kultur in ihrer Vielfalt kennenzulernen. Sie eröffnen Begegnungen, aus denen Verständnis und Verbundenheit wachsen können. Das ist mir besonders wichtig. Jüdisches Leben braucht Menschen, die ihm mit Interesse und Offenheit begegnen. Es gehört zu unserer gemeinsamen Verantwortung, jüdischer Kultur Raum zu geben und jeder Form von Antisemitismus entgegenzutreten.

Das diesjährige Programm zeigt, wie jüdische Traditionen über Generationen hinweg weiterwirken. Darin liegt eine besondere Hoffnung: Was bewahrt und wiederentdeckt wurde, findet Menschen, die es weitertragen. Dieses Jahr wird Jugendlichen die Chance gegeben, sich mit Herkunft, Identität und Vorurteilen auseinanderzusetzen und Worte für ihre eigene Geschichte zu finden. Wer anderen zuhört und sich für ihre Lebenswege interessiert, schafft eine wichtige Voraussetzung für ein respektvolles Miteinander.

Ich danke dem Intendanten Thomas Hummel, dem Förderverein Usedomer Musikfreunde e. V. sowie allen Künstlerinnen und Künstlern, Förderern und Mitwirkenden für ihr Engagement. Sie ermöglichen uns Entdeckungen und die Freude am gemeinsamen Erleben jüdischer Musik.

Ihnen allen wünsche ich bewegende Konzerte und anregende Begegnungen.

Ihr

Dr. Josef Schuster
Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

Liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde,

die Tage werden kürzer, das Licht verschwindet früher. Gerade dann beginnen die Internationalen Tage Jüdischer Musik. Ihr Motto in diesem Jahr ist der erste Schöpfungsbefehl der hebräischen Bibel: „Yehi Or – Es werde Licht”. Er steht am Anfang von allem. Was draußen schwindet, leuchtet in der Musik auf.

Fünf Tage folgen wir diesem Licht durch die jüdische Musikgeschichte. Es beginnt auf Usedom, wo Norman Lebrecht, international einflussreicher Musikpublizist, und Jascha Nemtsov, Inhaber von Europas erstem Lehrstuhl für jüdische Musikgeschichte, über Leonard Cohen sprechen, der biblische Bilder in die Popkultur trug; der gefeierte US-amerikanische Musiker Paul Brody verlebendigt Cohen an seiner Trompete. Auch mit ihm fragen tags darauf Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern nach Herkunft, Zugehörigkeit und Vorurteilen – erzählt in sechzig Sekunden. Es erreicht in Essen eine Synagoge, die Nationalsozialisten 1938 anzündeten; heute spielt dort das Ensemble MENTSH UNITED mit Disko-Partizani-Gründer Shantel. In Dresden führt Boney M.s Welthit „Rivers of Babylon” zurück zu Psalm 137 und zu Salamone Rossi, verlebendigt von Le Bois Chantant und Alberto de Campo. Und es endet in Berlin, wo die erst dreizehnjährige Usedomer Musikpreisträgerin Charlotte Melkonian und Jascha Nemtsov Komponisten spielen, deren Musik jede Generation neu entdecken muss und erneut von ihrer Kraft ergriffen wird.

Jüdische Musik ist bei den Internationalen Tagen Jüdischer Musik nichts für das Museum. Sie wird gespielt, improvisiert, getanzt und weitergegeben – von Menschen, die ihre Geschichte weitererzählen, an Menschen, die sie noch nicht kennen oder besser kennenlernen wollen.

Wir danken der Sebastian Cobler Stiftung für Bürgerrechte und dem Elisabeth Selbert Fonds (ESF), dem JEWLIF – Jüdisches Leben in Europa e. V., unterstützt vom Bundesministerium des Innern, Dr. med. Dorothee Freudenberg und Heike und Detlef Wagner für ihre Unterstützung!

Wer diese Woche begleitet, hört und sieht am Ende vertraute Musik in völlig neuem Licht.

Thomas Hummel
Intendant des Usedomer Musikfestivals

Rolf Seelige-Steinhoff
Vorsitzender des Fördervereins Usedomer Musikfreunde e. V.

Programm 22. – 26. November 2026

Leonard Cohen 2013 mit Hut und Mikrofon auf der Bühne
Leonard Cohen © © Takahiro Kyono (CC BY 2.0)

Leonard Cohen – ein Halleluja für die Pop-Ikone

Norman Lebrecht, Jascha Nemtsov, Paul Brody (Trompete)

Seetelhotel Villa Esplanade, Seebad Heringsdorf (Seestraße 5, 17424 Heringsdorf)

Paul Brody, Porträt mit Hut
Paul Brody © © Dirk Hasskarl

Dein Leben in 60 Sekunden

Paul Brody (Workshopleitung)

Alte Synagoge Stavenhagen, Stavenhagen (Malchiner Str. 40, 17153 Stavenhagen)

Paul Brody, Porträt mit Hut
Paul Brody © © Dirk Hasskarl

Dein Leben in 60 Sekunden

Paul Brody (Workshopleitung)

Freie Schule Zinnowitz, Zinnowitz (Dannweg 15, 17454 Zinnowitz)

Coverbild „Shantel – MENTSH UNITED“ mit Shantel in Lederjacke und Hut
MENTSH UNITED feat. Shantel © © Jüdisches Leben in Europa e. V.

MENTSH UNITED feat. Shantel

MENTSH UNITED

Alte Synagoge Essen, Essen (Edmund-Körner-Platz 1, 45127 Essen)

Mosaik der sieben Mitglieder des Vokalensembles Le Bois Chantant
Le Bois Chantant © Ariane Jeßulat © Andreas Heideker · Anne Schneider © Doreen Neumann · Johannes Schultz © Patrick Orlich · übrige © Privat

„By the Rivers of Babylon“ – Vom Welthit zum Klangzauber

Le Bois Chantant

Jüdische Kultusgemeinde Dresden, Dresden (Eisenbahnstraße 1, 01097 Dresden)

Charlotte Melkonian am Violoncello im Orchester
Charlotte Melkonian © © Peter Adamik / Baltic Sea Music Education Foundation e. V.

Das Wunderkind und der Wiederentdecker

Charlotte Melkonian (Violoncello), Jascha Nemtsov (Klavier)

Nemtsov&Nemtsov – Raum für Kunst und Diskurs, Berlin-Charlottenburg (Witzlebenstraße 38, 14057 Berlin)