Das Wunderkind und der Wiederentdecker
Kammermusik für Violoncello und Klavier
19:30 Uhr, Nemtsov&Nemtsov – Raum für Kunst und Diskurs, Berlin-Charlottenburg (Witzlebenstraße 38, 14057 Berlin)
Alexander Weprik: Drei jüdische Volkstänze für Klavier solo
Pēteris Vasks (geb. 1946): Das Buch (Grāmata čellam) für Violoncello solo
Ernest Bloch (1880–1959): From Jewish Life – Prayer, Supplication, Jewish Song für Violoncello und Klavier
Viktor Ullmann (1898–1944): Variationen über ein hebräisches Volkslied für Klavier solo
Mieczysław Weinberg: Sonate Nr. 1 für Violoncello solo op. 72, 1. Satz: Adagio
Joachim Stutschewsky: Originalstücke für Violoncello und Klavier (Auswahl noch offen)
Fünfzig Jahre Altersunterschied und ein Programm über Erinnerung. Charlotte Melkonian ist dreizehn, debütierte 2024 in der Carnegie Hall und erhielt 2026 den Usedomer Musikpreis; seit 2026 ist sie die jüngste Stipendiatin der Anne-Sophie-Mutter-Stiftung.
Jascha Nemtsov hat einen großen Teil dieser Musik selbst wiederentdeckt: Werke von Weprik, Bloch, Ullmann und Weinberg, deren Komponisten auch Verfolgung erlebten. Gespielt wird bei Nemtsov&Nemtsov – Raum für Kunst und Diskurs – auf einem Violoncello von Stefano Scarampella aus der Zeit um 1900, das Charlotte sich beim Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds erspielt hat. Der Pianist Jascha Nemtsov, Inhaber von Europas erstem Lehrstuhl für jüdische Musikgeschichte, begleitet am Klavier.